Schema-Coaching

Variationen: Schema-Coaching

Ich bin tief überzeugt von der Wirkung und vom großen Nutzen lösungsorientierten Denkens.

Dagmar Weiner

Und doch begegnen mir im Coaching auch Klienten, die sich mit der Entwicklung einer Lösung schwer tun, sich ratlos fühlen oder die gute Lösung einfach nicht im Alltag umsetzen können. Wir wollen das Gute (für uns und/oder andere) und tun genau das Gegenteil. Unsere Selbstwirksamkeit funktioniert nicht so, wie wir es wünschen.

Auf der Suche nach dem richtigen Coaching-Ansatz dafür bin ich auf die Schematherapie gestoßen, aus der sich auch eine Anwendung im Coaching-Bereich („Schema-Coaching“) entwickelt hat. Das Therapiemodell (Jeffrey E. Young, 1990) selbst, ein integrativer Ansatz aus der kognitiven Verhaltenstherapie, eignet sich für ein breites Spektrum von psychischen Störungen und widmet vor allem zentralen emotionalen Bedürfnissen große Aufmerksamkeit.

Die Schematherapie ist sowohl in der Reduktion spezifischer Symptome als auch in der Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität wirksam. Ihre Anwendung ist jedoch auf den psychotherapeutischen Kontext beschränkt und somit approbierten psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten vorbehalten und das soll auch so bleiben. Wer sich im deutschsprachigen Raum dafür interessiert, findet am Institut für Psychotherapie in Mainz, www.ipsti-mainz.de mit Dr. Neele Reiß und Dr. Frederike Vogel international anerkannte Ansprechpartnerinnen. Dennoch finden sich emotional aufgeladene Lebensthemen oder Schemata auch bei nicht krankheitswertigen Schwierigkeiten, mit denen wir uns im Rahmen von Schema-Coachings beschäftigen. Interessant und extrem nützlich für das Coaching sind die folgenden Grundannahmen der Schematherapie:

  1. Die fünf Kernbedürfnisse in Kindheit und Jugend, die von engen Bezugspersonen
    erfüllt werden sollten, sind:

    • Sicherheit/Vorhersagbarkeit/Liebe/Bindung
    • Autonomie/Kompetenzgefühl
    • Freiheit, die eigenen Gefühle auszudrücken und diese validiert zubekommen
    • Spiel/Spontanität
    • Das Erleben realistischer Grenzen
  1. Wenn diese normalen, gesunden Entwicklungsbedürfnisse eines Kindes langfristig von engen Bezugspersonen nicht angemessen erfüllt werden, bilden sich schädliche Schemata wie z.B. Misstrauen, Unzulänglichkeit, unerbittliche Ansprüche, emotionale Gehemmtheit, Abhängigkeit, unzureichende Selbstkontrolle, etc. heraus.
  1. Das wehrlose Kind schützt sich, ähnlich wie die Tierwelt bei einem Angriff reagiert, durch „Totstellen“ (Unterwerfung, Sich-Fügen), „Flucht“ (Vermeidung durch Schutz, Ärger, Betäubung, Ausweichen…) oder „Angriff“ (Aggressives, schikanierendes Verhalten).

Diese Bewältigungsstrategien mögen als Kind hilfreich sein, als souveräne Erwachsene schaden sie uns beruflich und privat. Im Coaching reicht es vollständig, mögliche Ursachen und deren Trigger für eingefahrene Verhaltensweisen kurz anzusehen. Wenn wir die Ursprünge emotional aufgeladener Lebensthemen verstehen, können wir leichter in die Vorstellung und Entwicklung wohltuenderer Einschätzungen unserer selbst gehen und selbst entscheiden, wie wir unsere Lösungen gestalten wollen (statt mechanisch auf Auslöser zu reagieren). Die Menschenfreundlichkeit und Klarheit des Modells lassen sich sehr gut in Coaching-Gesprächen nutzen und dennoch deutlich die Grenze zur Therapie zu wahren. Um dies sicherzustellen lasse ich mich regelmäßig durch erfahrene Schematherapeuten supervidieren.

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